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Schülerunion-Chats sorgen für Aufregung

ORF

Publik gewordene Chats aus einer Gruppe der Schülerunion haben heute für scharfe Kritik der SPÖ-nahen Schülerorganisation Aktion Kritischer Schüler_innen (AKS) und bei der NEOS-Jugendorgansation JUNOS gesorgt.

Die AKS sprach in einer Aussendung von „schockierenden Chats“ aus der ÖVP-nahen Schülerunion, diese würden vor „rassistischen, sexistischen und menschenverachtenden Inhalten“ strotzen. Seitens der Schülerunion zeigte man sich bestürzt. Man distanziere sich von den Nachrichten.

Die AKS verwies darauf, dass unter den Mitgliedern der Chatgruppe neben Landesfunktionärinnen und -funktionären auch Bundes- und Landesschülerinnenvertreter und -vertreterinnen gewesen seien – und „auch mehrere Mitglieder des aktuellen Bundesvorstandes der Schülerunion“. „Dieses Gedankengut scheint also tief in der Organisation verwurzelt“, hieß es in einer Pressemitteilung.

Personelle Konsequenzen gefordert

Ello Wachter vom Bundesvorsitz der AKS Österreich sowie der Bundesvorsitzende der JUNOS Schüler:innen, Marcus Lieder, sahen nun die Schülerunion „am Zug, diese Chats vollständig aufzuklären“. Auch personelle Konsequenzen wurden gefordert.

Auf APA-Anfrage zeigte man sich in der Schülerunion bestürzt. „Wir als Schülerunion Österreich distanzieren uns in aller Deutlichkeit von den veröffentlichten Nachrichten im Rahmen eines privaten Chats von einzelnen Funktionär:innen der Schülerunion Kärnten und verurteilen diese aufs Schärfste.“

„Dieses Verhalten von Einzelpersonen ist nicht mit unseren Werten vereinbar und zutiefst bestürzend“, erklärte der Pressereferent der Schülerunion, Jonas Pichlbauer, in einem schriftlichen Statement.

Zu Sensibilisierungsworkshops verpflichtet

Ab Kenntnis der genannten Chats aus dem letzten Jahr seien Konsequenzen gezogen worden: „Jedes Mitglied dieser Chatgruppe, welches auch Mitglied unseres Vereins ist, wurde dazu verpflichtet, einen Sensibilisierungsworkshop zu besuchen.“

Bereits seit Dezember 2025 gebe es Richtlinien für jene Chatgruppe, die für alle Gruppenmitglieder klar ersichtlich sind. „Zusätzlich haben jene Personen, die verwerfliche Aussagen getätigt haben, ihre Funktion in der Schülerunion bereits zurückgelegt.“

Das Statement der Schülerunion entspreche nicht den bekannten Tatsachen, reagierte die AKS darauf in einer weiteren Aussendung. Aus den veröffentlichten Screenshots gehe hervor, dass in der Chatgruppe die Bundesgeschäftsführerin sowie weitere Mitglieder des Bundesvorstands der Schülerunion gewesen seien. Von personellen Konsequenzen oder dem Rücktritt dieser Funktionäre und Funktionärinnen sei keine Rede.