Beschlusslage

Gutenachtgeschichte

Schlafen im Geschichtsunterricht

Jeder kennt ihn und hat ihn mindestens schon einmal in der Schullaufbahn erlebt: den trockenen, monotonen, einseitigen und ultra-langweiligen Geschichtsunterricht, in dem die halbe Klasse schläft und die andere Hälfte nur mit einem Ohr zuhört. Es wird nur aus Lehrbüchern vorgelesen und jeder zweite Satz ist unverständlich. Es werden keine aktuellen Themen behandelt, das Weltgeschehen ignoriert und vom eigentlichen Unterricht bleibt am Ende sowieso nichts hängen.

Geschichte sollte kein totgeschriebenes Buch sein, Geschichte ist lebendig, durch Geschichte kann man die Vergangenheit reflektieren, die Zukunft besser gestalten und die Welt verstehen. Genau diese Motivation sollte im Geschichteunterricht vermittelt werden, Schüler:innensollten Spaß daran haben, Geschichte zu lernen. Deshalb fordern wir JUNOS Schüler:innen, dass:

  • im Geschichtsunterricht über aktuelle Beispiele zu historischen Gegebenheiten diskutiert wird. Dies soll ein tatsächliches Verständnis und politiches/geschichtliches Interesse fördern.

Ein abwechslungsreicher Unterricht sollte das Ziel jedes Faches sein, aber ist vor allem im Geschichtsunterricht besonders wichtig. Dies ist erreichbar mit z.B. Dokumentationen, Power-Point Präsentationen, Referaten, Arbeitsaufträgen und interaktiven Diskussionen zum aktuellen geschichtlichen/politischen Weltgeschehen.

  • Daher fordern wir diversere Aufgabenstellungen und eine facettenreichere Vermittlung der Inhalte des Lehrplans.

Wie könnte Geschichtsunterricht mehr Spaß machen? Um Geschichte live zu erleben, fordern wir in allen Bundesländern mehr geschichtliche und politische Lehrausgänge! Attraktionen wie eine Parlaments- oder Landtagsführung oder ein Ausflug zu historischen Stätten, können eine echte Verbindung zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft herstellen. Desweiterenkann aktuelles, regionales, politisches Geschehen für Schüler:innen durch simple Podiumsdiskussionen verständlicher gemacht und interaktiver vermittelt werden.

  • Wir fordern mehr Lehrausgänge im Rahmen des Geschichtsunterricht, um Schüler:innenden Lehrstoff mit echten und lebensnahen Beispielen besser zu vermitteln.
  • Wir fordern, dass für Oberstufenschüler:innen verpflichtend Podiumsdiskussionen mit verschiedenen demokratiepolitisch relevanten Teilnehmer:innen veranstaltet werden, um ihnen die Wichtigkeit von Demokratie und Politik nachvollziehbarer und begreiflicher zu machen.

Gerade im Geschichtsunterricht bietet sich auch generell die Einbindung externer Exper:innen gut an. Diese stellen nicht nur themenspezifisches Fachwissen bereit, sondern sorgen auch für dringend notwendige Abwechslung, die zu erhöhter Aufmerksamkeit und Interesse von Schüler:innen führt.

  • Daher fordern wir, dass in Unterrichtseinheiten, in denen es thematisch gut passt, Experten zu den jeweiligen Bereichen eingeladen werden, um den Schüler:innenpassende Abwechslung zu bieten.

Explizit wollen wir hier erwähnen, dass in dem von uns geforderten Modell die Trennung von Geschichte und Politischer Bildung in der Schule bereits angenommen wird, da diese, wie in unserer Programmatik bereits vermerkt, die einzig langfristig sinnvolle Lösung ist.

  • Weiters fordern wir, dass besonders bei passenden Themen (besonders NS- Zeit, ...) Zeitzeug:innen eingeladen werden, welche die Inhalte dann persönlich und emotional vermitteln können. Sollten Zeitzeug:innen nicht mehr persönlich anwesend sein können, weil sie verstorben sind, sollten ihre Stimmen und Erfahrungen durch Aufnahmen früherer Gespräche bewahrt und zugänglich gemacht werden.

In einem zeitgerechten Schulsystem sollte es einen zeitgerechten Geschichtsunterricht geben und genau diesen können wir weitestgehend mit den oben angeführten Forderungen erreichen. Diese sind mit etwas Mühe gut umsetzbar! Lassen wir das Fach Geschichte nicht sterben sondern mit zeitgenössischen Ideen aufblühen!